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5. Der Neubeginn nach dem Sozialistengesetz

Am 1. Oktober 1890 mußte dieses Gesetz nach drei vorangegangenen Verlängerungen wieder aufgehoben werden. Sichtbarer Ausdruck der neuen Zeit in unserem Unterbezirk war die Übersiedlung des "Volksboten" von Halle nach Zeitz, mit ihm auch die Genossen Hoffmann und Leopold, die noch wichtige Funktionen im Unterbezirk innehaben sollten. 1891 wurden im Unterbezirk 125 öffentliche Versammlungen der Sozialdemokraten, darunter in Naumburg 9, sowie 153 der Arbeiterbildungsvereine durchgeführt.

Wesentlichen Mitgliederzuwachs brachte das allerdings nicht, mußten doch alle neuen Mitglieder binnen drei Tagen der Polizei gemeldet werden. Viele Arbeiter fürchteten ihre Entlassung.1898 gelang es erstmals den Wahlkreis für die Sozialdemokraten zu gewinnen. Unser Kandidat Thiele errang 13.376 Stimmen für sich, der zweitplazierte Konservative Dippe nur 11.494. Die Stichwahl gewann Thiele ebenfalls und konnte so unseren Wahlkreis erstmals im Reichstag vertreten. Bei den Reichstagswahlen 1903 war das Ergebnis noch glänzender. Der Sozialdemokrat Thiele erreichte auf Anhieb 18.235 Stimmen, Dippe nur noch 9.612, eine Stichwahl war so nicht notwendig.

1907 stellten die Konservativen Parteien im Wahlkreis den gemeinsamen Kandidaten Sommer auf, der durch diesen Schachzug gegen unseren Kandidaten Thiele gewann. 1912 gelang es Thiele wieder den Reichstagswahlkreis Zeitz-Weißenfels-Naumburg mit 21.900 Stimmen zurückzugewinnen. Sommer erhielt diesmal nur 11.559 Stimmen, eine Stichwahl war nicht erforderlich. 1916 wären die nächsten Reichstagswahlen gewesen, wurden aber auf Grund des 1. Weltkrieges abgesagt und die Mandate der Abgeordneten bis zum Kriegsende verlängert.


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